Panorama von Amaicha del Valle. Virtuelle Tour durch Amaicha del Valle. Karte von Amaicha del Valle

 [+]
Beschreibung  panorama

Amaicha del Valle

POI: -26.600000, -65.916667
Amaicha del Valle ist eine argentinische Kleinstadt im Westen der Provinz Tucumán im Departamento Tafí del Valle. Sie liegt am Osthang des Tals Valle Calchaquí 20 Kilometer nördlich von Santa María del Yokavil und ist vor allem für ihr Pachamama-Fest im März, eines der größten folkloristischen Veranstaltungen Argentiniens, bekannt. Eine Besonderheit besteht darin, dass die Stadt neben dem regulären Bürgermeister von einem Indianer-Rat regiert wird.
Bevölkerung
Der Ortskern von Amaicha hat 1.139 Einwohner. Zählt man jedoch die sehr dicht besiedelte Umgebung mit den Ansiedlungen Amauta und Dique Los Zazos am gleichnamigen Stausee dazu, erhöht sich die Einwohnerzahl auf etwa 5.000. Ein Großteil der Einwohner sind Indianer der Diaguita-Calchaquíes - Ethnie sowie Mestizen.
Politik
Amaicha ist die bedeutendste der sogenannten Comunidades Indígenas Argentiniens. Dies sind Ortschaften, die nach den Prinzipien der indianischen Urbevölkerung regiert werden. Die Comunidad Indígena besteht aus einer Kommission von Delegierten (delegados comunales), die die Funktion der Legislative und Exekutive ausüben. Die Judikative hängt dagegen wegen der geringen Größe des Ortes von der Provinz Tucumán ab.
Geschichte
Die Comunidad Indígena de Amaicha besteht seit 1713. Im 17. Jahrhundert waren die Calchaquí-Indianer in ihrer letzten Bastion Quilmes von den Spaniern besiegt worden. Rund 90 % der Überlebenden wurden in die heutige Stadt Quilmes nahe von Buenos Aires deportiert und dort zu Zwangsarbeit verpflichtet. Eine Gruppe dagegen wurde in die Nähe von Lules (nahe San Miguel de Tucumán) gebracht, um dort auf einem Landgut zu arbeiten. Dieser Gruppe gelang es in Verhandlungen mit den Spaniern, ihr Land rund um die Festung Quilmes wieder zu erhalten. In der Folgezeit kam es immer wieder zu Konflikten mit spanischen Grundbesitzern, die sich bereits vor der Landübergabe besonders in der Nähe von Quilmes Land angeeignet hatten. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde auch dieses Land stückweise enteignet und die Comunidad Indígena Quilmes auf dem Territorium gegründet, die bis heute neben der Gemeinschaft von Amaicha parallel besteht. Zwischen 2001 und 2003 gab es einen Konflikt zwischen Bürgermeister Miguel Pastrana und einem großen Teil der Comunidad Indígena, die ihm vorwarfen, statt der Indianerangelegenheiten politische Ziele zu verfolgen, mit dem Partido Justicialista zusammenzuarbeiten und insbesondere das Pachamama-Fest zu einem kommerziellen touristischen Spektakel verzerrt zu haben. Dies führte dazu, dass parallel zur „offiziellen“ Indianergemeinschaft ein Ältestenrat gegründet wurde, der einen alternativen Bürgermeister wählte. Pastrana ließ sich davon unbeeindruckt von seinen Anhängern bestätigen und die Aufständischen von der Polizei festnehmen; sie wurden gezwungen, ihre Ansprüche zurückzunehmen. Dem Nachfolger von Pastrana, Roberto Prado, gelang es ab 2004, die Konfliktparteien wieder aneinander anzunähern. Seitdem wird…   ... (Deutsch)
Andere Sprachen
Amaicha del Valle - English -> Deutsch  Nederlandse -> Deutsch  Español -> Deutsch  
by Panoramio